Stuttgart, 9. März 2010 – Nr. 75/2010
Frauen in Baden-Württemberg haben im Jahr 2008 ihr erstes Kind im Schnitt im Alter von 29,4 Jahren zur Welt gebracht. Dabei wurden nicht verheiratete Frauen im Durchschnitt bereits mit 28,1 Jahren zum ersten Mal Mutter, verheiratete mit 30 Jahren. Weiter zeigt sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes, dass etwa vier von fünf Kindern, die von Müttern im Alter von unter 20 Jahren zur Welt gebracht wurden, nicht ehelich waren. Dagegen lag der Anteil von Frauen, die erst mit 35 Jahren oder später zum ersten Mal Mutter geworden sind, sowohl bei den nicht verheirateten als auch bei den verheirateten Frauen bei jeweils knapp 16 Prozent. Insgesamt waren rund 7 100 Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes 35 Jahre oder älter.
Damit sind erstmals aufgrund von Änderungen des Bevölkerungsstatistikgesetzes entsprechende Aussagen nicht nur – wie bisher – für verheiratete, sondern auch für nicht verheiratete Frauen möglich geworden.
Annähernd 80 Prozent der knapp 92 000 lebend geborener Kinder in Baden-Württemberg wurden von verheirateten Müttern zur Welt gebracht. Bei immerhin 39 Prozent der verheiraten Frauen war dies das zweite und bei gut 13 Prozent das dritte Kind, während bei nicht verheiraten Frauen diese Anteile nur bei 21 bzw. 6 Prozent lagen.
Das durchschnittliche Alter einer Frau, die zum ersten Mal Mutter wurde, ist seit Ende der 70er-Jahren stetig angestiegen: 1980 lag dieses Durchschnittsalter verheirateter Frauen in Baden-Württemberg erst bei etwas über 25 Jahren, 2008 bereits bei 30 Jahren. Noch deutlicher wird dieser Trend zur »späten Mutterschaft«, wenn der Anteil der Geburten von Frauen, die im Alter von 35 und mehr Jahren ein Kind oder ein weiteres Kind geboren haben, an allen Geburten herangezogen wird: 1985 lag dieser Anteil erst bei rund 8 Prozent, 1995 bei 11 Prozent und im Jahr 2008 bereits bei 24 Prozent.
Eine der Hauptursachen für den Trend zur »späten Mutterschaft« wird in der zunehmenden Erwerbsbeteiligung und Ausbildungsdauer von Frauen gesehen, wodurch die Familiengründung immer mehr nach hinten verschoben wird. Auswertungen deuten darauf hin, dass dieser Trend vorwiegend ein Familiengründungsmuster höher qualifizierter Frauen ist.



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